Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V. Homepage

Unterstützung ärztlicher Leistungen

Ein wichtiges Thema für den Krankenhausapotheker stellt die Kooperation von allen an der Arzneimitteltherapie im Krankenhaus beteiligten Fachdisziplinen dar. Nur gemeinsam können wir eine hinsichtlich Sicherheit, Qualität und Ökonomie optimierte Arzneimitteltherapie für den Patienten gewährleisten. Die Krankenhäuser – und mit Ihnen die Krankenhausapotheken – befinden sich in einem Umbruch. Das Ende der DRG-Konvergenzphase bedeutet weiterhin einen hohen Kostendruck und damit die Frage nach betriebswirtschaftlicher Betrachtung der Prozesse im Krankenhaus – auch der Arzneimitteltherapie. Dazu kommt, dass der Ärztemangel eine Neuordnung aller Berufsgruppen im Krankenhaus erfordert mit neuen Organisationsstrukturen. Darüber hinaus steht natürlich immer auch die Patienten- und Arzneimitteltherapiesicherheit im Blickpunkt.

Gerade durch die Tätigkeiten des klinischen Pharmazeuten vor Ort, am Patienten, zu allen Fragen der Arzneimitteltherapie können die Krankenhausapotheker einen spürbaren Beitrag zur Prozessoptimierung und zur Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung leisten. Das Arzneimittelmanagement des Patienten von der Anamnese über die stationäre Therpaie bis zur Entlassberatung und –versorgung ist das Feld der Krankenhausapotheker und gleichzeitig das Feld, auf dem Klinikärzte spürbar entlastet werden können. Mit folgenden konkreten Maßnahmen wollen die deutschen Krankenhausapotheker Ärzte und Pflege im Krankenhaus durch pharmazeutische Dienstleistungen unterstützen:
 

Im Rahmen der Aufnahme eines Patienten

 
  • Arzneimittelanamnese und Arzneimitteltherapiesicherheits (AMTS) -Prüfung mit Umstellung der Hausarztmedikation auf Präparate der Hausliste an der Schnittstelle ambulant - stationär
  • Pharmazeutische Beratung des Patienten hinsichtlich durchgeführter Umstellungen
  • Vorbereitung für die Anästhesie bei Patienten der operativen Fächer


Im Rahmen des stationären Aufenthaltes

 
  • AMTS -Prüfung bei Änderung der Therapie
    • Berücksichtigung von klinischen Laborparametern bei der Dosierung (z. B. Nierenfunktion, Leberfunktion, Elektrolyte wie Kalium, …)
    • Dosis- und Complianceüberprüfung bei kritischen Substanzen (orale Antikoagulantien, Immunsuppressiva, Antiasthmatika, orale Chemotherapie, …)
  • Patientenaufklärung und Complianceförderung bei speziellen Arzneimitteltherapien (z.B. immunsuppressiver Therapie, oraler Chemotherapie, Asthmatherapie, …)
  • Dokumentation und Meldung von UAW/UAE (Pharmakovigilanz)
  • Organisation der Weiterführung von Therapien bei Fachabteilungswechsel (interne Schnittstellen)
  • An-/Ab- und Umsetzen von Arzneimitteln im Rahmen von Arzneimitteltherapiestandards , z.B.
    • Prämedikation vor OPs oder diagnostischen Eingriffen
    • obligate Begleitmedikation im Rahmen der Chemotherapie
    • Analgetika im Rahmen von Schmerzkonzepten
    • parenterale und enterale Ernährung
    • Antibiotika nach Standards und Antibiogramm
  • Management des Umgangs mit Medikamenten mit hohem Risikopotential bei falscher Anwendung (high alert drugs)


Im Rahmen der Entlassung des Patienten

 
  • Vorbereitung der Entlassmedikation und AMTS-Prüfung an der Schnittstelle stationär - ambulant
    • in Bezug zur Aufnahmemedikation
    • Dokumentation der Arzneimitteltherapie mit notwendiger Information über Therapieentscheidungen und Vorbereitung des Entlassbriefes
    • Umsetzung der Anforderungen zur Angabe eines preisgünstigen Generikums
  • Pharmazeutische Beratung des Patienten zur Arzneimitteltherapie bei Entlassung
  • Sicherstellung einer lückenlosen Fortsetzung der Arzneimitteltherapie an der Schnittstelle stationär/ambulant


Im Rahmen der Arzneimitteltherapie im Krankenhaus

 
  • Erstellen von Arzneimitteltherapiestandards
  • Bewertung von zu delegierenden Tätigkeiten rund um das Arzneimittel
  • Erarbeitung von standardisierten Arbeitsabläufen rund um das Arzneimittel
  • Durchführung von entsprechenden Schulungen.

Viele Krankenhausapotheker unterstützen schon jetzt im Rahmen ihrer alltäglichen Arbeit aktiv ärztliche Kollegen im klinischen Alltag. Im Jahr 2008 wurde durch das Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V. gezielt eine Befragung nach Beispielen für pharmazeutische Unterstützung ärztlicher Tätigkeiten unter den Krankenhausapothekern durchgeführt. Ziel dieser Befragung war es, eine Übersicht über Aktivitäten von Krankenhausapothekern in diesem Arbeitsfeld zu bekommen. Einige Beispiele aus dieser Umfrage finden Sie im Themenheft der Krankenhauspharmazie zum Thema „Unterstützung ärztlicher Tätigkeiten“ (Krankenhauspharmazie Mai 2009).

Um unserem Ziel „Krankenhausapotheker unterstützen Klinikärzte“ ein besonderes Gewicht zu geben, hat die ADKA im Jahr 2009 ihr Statement gleichen Namens verabschiedet. Mittlerweile gibt es bereits ein gemeinsames Statement mit dem Verband der leitenden Klinkärzte zu diesem Thema.
 

Grundlagen für die Unterstützung ärztlicher Tätigkeiten

Viele unterstützende Tätigkeiten fallen im Rahmen der Routinetätigkeit des Krankenhausapothekers an, z.B. die Beratung von Ärzten und Pflege zu Arzneimitteln, deren Anwendung und Therapien. Andere Tätigkeitsfelder sind in den letzten Jahren neu zum Aufgabenspektrum der Krankenhausapotheken hinzu gekommen. Überzeugende Leistungen in Pilotprojekten von Krankenhausapothekern wie z.B. die Arzneimittelanamnese haben den Anfang gemacht. Für diese Leistungen ist es (haftungs-)rechtlich vorteilhaft wenn es im Rahmen von Projekten klare Richtlinien gibt, die den Bereich der unterstützenden Tätigkeiten festlegen. Zudem sollte eine klare Entscheidung (oder besser) Votum zur Unterstützung durch den Krankenhausapotheker vom verantwortlichen Arzt oder dem ärztlichen Direktor o. ä. getroffen werden.

Im Jahr 2007 wurde eine der Grundlagen gelegt, nicht-ärztliche Berufe stärker an der Therapie zu beteiligen. Mit dem Gutachten „Kooperation und Verantwortung - Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung“ des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen wurde eine Empfehlung abgegeben, diese Beteiligung stärker umzusetzen.

Der Krankenhausapotheker darf in allen Bereichen unterstützend tätig werden, für die er das nötige Fachwissen hat. Nur wenn der Krankenhausapotheker durch entsprechende Aus-, Fort- und Weiterbildung in die Lage versetzt wurde, auf Augenhöhe mit dem ärztlichen Fachpersonal zu arbeiten, kann er effektiv fachlich unterstützend im Rahmen aller Prozesse der Arzneimitteltherapie tätig werden und wird auch anerkannt.

Zu Unterscheiden ist hier immer die Delegation ärztlicher Leistungen von der Substitution ärztlicher Leistungen. Bei der Delegation wird im Verantwortungsbereich des Arztes gehandelt, die betroffenen Tätigkeiten werden festgelegt; bei der Substitution wird ein Verantwortungsbereich inhaltlich wie juristisch komplett übertragen. Dies streben wir nicht an.

ADKA-Intern

Bei "Benutzer" die ADKA-Mitgliedsnummer eingeben!

Passwort vergessen?

Bundesverband Deutscher
Krankenhausapotheker e.V.
Alt-Moabit 96  10559 Berlin

ADKA Kontakt
Telefon +49 30 3980-8752
E-Mail info@adka.de